GASTSPIELE

ZÜRICH GRÜNAU

4.–6.10.2013



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polasek&grau

Lenz

Theater




Kontinent. Land. Kanton. Stadt. Stadtteil. Wohnsiedlung. Wohnung. Zimmer. Bett.
Der Wald. Der Baum. Das Blatt.
Das Gebirge. Der Berg. Die Spitze. Der Stein.
Lenz. Anfang und Ende der Erzählung von Georg Büchner. Der Weg eines Menschen durch ein winterliches Gebirge mit all seinen Abgründen. Sein Ziel: Waldbach. Ort der Ruhe. Unterschlupf.
Lenz ist einer ohne Behausung. Der versucht, bei den Menschen unterzukommen. In ihren Wohnungen heimisch zu werden. Um im wohnlichen Behagen seinen Wahnsinn zu lindern. Lenz ist einer, der nicht heimisch wird. Nirgends und zu keiner Zeit.
Nur noch mehr quält ihn im disziplinierten Raum der Menschen „der rettungslose Gedanke, als sei alles nur sein Traum.“ Das Etwas, das sich nicht unterbringen lässt in einer geschaffenen Ordnung.

Grünau. Ein Stadtteil Zürichs. Ein lebendiges System, das sich Natur einverleibt. Sie verdrängt. Sie bändigt. Menschen beheimatet. Der Versuch, das Irrationale zu bewältigen. Von der großen, unüberschaubaren Fläche zum überschaubaren, messbaren Raum. Zum Ich. Die Siedlung als Weg, wie Menschen sich in der Welt manifestieren, sich einen Platz schaffen, um nicht so hinausgeworfen zu sein in lauter Unbegreifliches. Ordnung und Rhythmus. Festigkeit. Dagegen das Weite, das Rätsel, das Unbewältigte.

Aus der Limmat steigt eine Frau. Sie spielt den, der vor seinem eigenen Wahnsinn auf der Flucht ist. Wird sie jetzt wüten, schäumen und schreien? Oder raunen und verstummen? Muss sie, um dieses uns bekannte Unbekannte in Lenz zu zeigen womöglich von der Europabrücke springen?


Regie: Jana Milena Polasek
Raum und Kostüm: Stefanie Grau
Spiel: Gina Henkel
Artisten: Jeanine Ebnöther Trott, Reni Hardmeier, Aurelian Jaggi




Hausbesuchstouren
Fr 4. und Sa 5. Okt
19.30, 20.30, 21.30 Uhr
jeweils 30’


Mit freundlicher Unterstützung von
Pontonier Sportverein Zürich